Geh in die Stille - erwecke den Buddha in Dir

Blog

26.07.2016 21:19

Wie sollen wir aus buddhistischer Sicht mit den aktuellen Ereignissen umgehen?

 
Innere Harmonie in schwierigen Zeiten

Gedanken zum Weltgeschehen,

das uns jetzt ‚vor unserer Haustür' erreicht hat

 

In diesen Tagen werden für uns die ‚Vier Edlen Wahrheiten‘ des Buddha besonders präsent. Wir sollten sie kontemplativ in der Meditation betrachten und uns daran erinnern, dass diese Menschenwelt eine samsarische Welt ist und immer war.

Die Praxis der Gemütsruhe und des Gleichmuts wird unsere innere Balance stabilisieren und erhalten, auch wenn die äußere Welt ins Wanken gerät.

Ein Geist, der von Emotionen aufgewühlt ist, ist ein unruhiger Geist. Er führt zu noch mehr Emotionen, aus denen schlimme Gedanken, depressive Stimmung und unüberlegte Handlungen resultieren. Durch so einen Geisteszustand würden wir unsere negative innere Atmosphäre nach außen verbreiten und so zu mehr Angst und Instabilität beitragen.

Deshalb erinnert euch an die Klarheit des Geistes, an innere Balance, Harmonie und Gleichmut. Das Leben geschieht jeden Tag von neuem. Wenn wir aufwachen, können wir diesen neuen Tag begrüßen und in Dankbarkeit dafür sein, das Leben leben zu dürfen. Wenn wir abends einschlafen, sollten wir in Liebender Güte und Mitgefühl all jener Menschen gedenken, die Leid erfahren haben, nicht nur durch Anschläge und Terror – sondern auch durch Krankheit, Unfälle, psychische Verletzungen, Unzufriedenheit, Einsamkeit und durch all die schlimmen Dinge, die Tag und Nacht ungesehen hinter den Wänden der Wohnungen geschehen. Und das sind wesentlich mehr Menschen, die täglich getötet oder physisch und psychisch verletzt werden. Es ist schon so zu unserer Gewohnheit geworden, dass all das für uns zum Leben gehört, wir es als unabwendbar, als selbstverständlich hinnehmen und all dieses Samsara als Normalität betrachten. Bis jetzt – wo wir plötzlich aufgerüttelt werden.

Denke daran: Samsara ist Dukkha. Befreie Dich davon in Deinem Inneren, indem Du Dich in Hinwendung und Mitgefühl für die Lebewesen und ihr Leiden öffnest und gleichzeitig durch Weisheit, die tiefer Einsicht entspringt, in ausbalancierter innerer Harmonie gleichmütig verweilst. Durch diese innere Stabilität und Distanz haben wir die Kraft uns ganz hinzugeben und zum Wohl von anderen beizutragen.

Sei dankbar und offen – dann öffnet sich der WEG. Auch wenn es in der Welt düster aussieht, unser spiritueller Innerer Reichtum ist unantastbar, unzerstörbar. Nenne ihn inneren Frieden, Befreiung, Nirvana, Buddhanatur oder wie auch immer. Worte spielen keine Rolle. Nur diese Gewissheit um die letztendliche Wirklichkeit ist wichtig. Sie ist unsere Stärke, unser Schutz, unser wahres Zuhause.

Weg und Verwirklichung sind in uns. Es ist unser Innerer Reichtum, den uns niemand und nichts nehmen kann, außer wir selbst, wenn wir uns in die Welt verstricken anstatt mit Liebender Güte und innerer Harmonie das beizutragen, was unsere Aufgabe ist. Denke stets daran und hilf mit, durch Deine Meditationspraxis die Energie der Liebe und des Lichts in dieser Welt zu stärken.

 

In Metta,

Ani Karma Tsultrim

Dharma-Tor Zentrum 25. Juli 2016

 

Ahimsa paramo Dharma – Gewaltlosigkeit ist der unübertreffliche Dharma

Mahatma Gandhi

 

25.11.2014 17:08

Was ist echte Liebende Güte?

 

Am Anfang des geistigen Weges bezieht sich die Liebe auf die Wesen.

Die Liebe dessen, der auf dem Weg fortgeschritten ist, ist im Dharma begründet.

Wer erkannt hat, dass alle Dinge ungeboren sind, dessen Liebe ist auf nichts mehr gegründet.

Siksa-samuccaya 12


Die Entwicklung von echter, bedingungsloser Liebe ist ein stufenweiser Prozess auf dem Weg zur Erleuchtung.

Die weltliche Liebe braucht ein Gegenüber.

Die Liebe eines Dharma-Praktizierenden umfasst alle Lebewesen.

Die erleuchtete Liebe ist ein Seins-Zustand ohne Bezugspunkt.

Überprüfe deine geistige Haltung an diesen drei Aussagen.

Dann verstehst du den Sinn des Weges.

Ani Karma Tsultrim

14.05.2014 21:22

Gedanken zu Vesakh 2014

Vesakh 2014
2557/2558

Beginn des 2558. Jahres nach dem Prinirvana des Buddha

und des 2603. Jahres nach seiner Erleuchtung

 

am Vollmond-Tag 14. Mai

 

Wir dringen erst dann wirklich in die Lehre ein,

wenn wir die Wahre Natur unseres Wesens geschaut

und unser ganzes Leben in Einklang

mit dem Dharma gebracht haben.

 

Hui Neng, Chan-Meister

 

Tiefe Einsicht in das, was wir sind bzw. nicht sind,

führt zu Zufriedenheit und geistiger Klarheit.

Das ist das wahre Dharma-Tor.

Wenn wir dann unser tägliches Leben

mit dieser Einsicht in Einklang bringen,

durchschreiten wir das Tor und betreten den WEG wirklich.

 

Ani Karma Tsultrim

10.05.2014 11:30

Wie ist die buddhistische Praxis aufgebaut?

 

In den verschiedenen asiatischen Traditionen haben sich jeweils Schwerpunkte für die Praxis herausgebildet, zum Teil sehr stark beeinflusst von der Kultur und Religion des jeweiligen Landes. Für uns im Westen gilt es deshalb, die Essenz des Buddhadharma zu erkennen und einen Weg zu finden, der in unsere Kultur und Lebensweise integrierbar und lebendig praktizierbar ist. Die Erfahrung mit den verschiedenen Traditionen und die inzwischen wohl bekannte historische Entwicklung zeigen uns, welche Inhalte und Praxiselemente aus der Quelle des Buddhadharma, also vom Buddha selbst stammen, und welche später entwickelt wurden. Den ursprünglichen Weg zu erkennen und zu praktizieren sollte deshalb das wichtigste Anliegen sein. So manche Inhalte und Methoden aus den späteren Traditionen sind aber sehr wertvoll und hilfreich, und ermöglichen speziell für Menschen, die im Alltag stehen und wenig Zeit für die Praxis haben, an ihrem Geist zu arbeiten und den Weg zu gehen.

Deshalb studieren und praktizieren wir im Dharma-Tor Zentrum die "Einheit der Drei Yanas". 

 

Schwerpunkte unserer Praxis: Samatha / Vipassana, Jhana (pali) bzw. Dhyana (sanskrit) / Chan und Mahamudra; Avalokiteshvara / Kuan Yin und andere Yidams als Mittel der Transformation zur Erweckung der erleuchteten Qualitäten; Amitayus zur Reinigung und Stabilisierung der Elemente und als Langlebenspraxis; Amitabha zur Vorbereitung auf den Tod.

 

Hier ein Überblick entsprechend unserer Praxis im alltagsbegleitenden mehrjährigen Studien-Retreat in aufeinander aufbauenden Schritten: 

 

1. Gundlegende Dharma-Inhalte; Einführung in die Samatha/ Vipassana-Meditation in Verbindung mit einfachen Pranayama-Übungen

2. Relatives und absolutes Bodhicitta; öffnen des Geistes für die Bodhisattva-Haltung; entsprechendes Geistes-Training

3. Abhängiges Entstehen und Leerheit; grundlegende Visualisations-Übungen abwechselnd mit stiller Meditation

4. Dhyani-Buddhas und Weisheits-Aspekte; Grundlagen für die Jhana/ Dhyana-Meditation; Trikaya-Lehre und Vorbereitung für die Yidam- und Mahamudra-Praxis

5. Bardo-Lehren; Vertiefendes Geistes-Training; Yidam-Praxis (Budda-Aspekt) als Samatha/ Vipassana-Training und zum Loslassen der falschen Identifikation

6. Vertiefende Samatha /Vipassana-Praxis in Verbindung mit Annäherung an die Jhanas/ Dhyanas

7. Durchschneiden und Aufbrechen von Konzepten; Entfaltung von Bewusstheit bzw. reinem Gewahrsein; Praxis der Vollendungsstufe

8. Mahamudra- und Dzogchen-Übung zur Stabilisierung des Gewahrseins und der Sicht; MoChao Chan, die Praxis des heiter gelassenen Widerspiegelns als Einheit von Samatha und Vipassana bzw. Samadhi und Prajna (Hier führen Mahamudra, Dzogchen und Chan in der Praxis der Natur des Geistes zusammen)

9. Entwickeln der sieben Faktoren des Erwachens und Jhana/ Dhyana-Praxis in Verbindung mit reinem Gewahrsein, tiefer Einsicht und Loslösung als Weg zur letztendlichen Befreiung - wie er in den Lehrreden des Buddha dargelegt und als Methode überliefert ist, durch die der Buddha selbst unter dem Bodhi-Baum Befreiung erlangt hat.

 

Für Praktizierende, die sehr im Alltagsleben gefordert und vielen Ablenkungen ausgesetzt sind, gewährleistet dieser Aufbau einen klaren Weg der spirituellen Entwicklung. Um sich aber tatsächlich den höheren Stufen anzunähern, ist ein intensives, kontinuierliches Training in Meditations-Praxis und in rechtem Verständnis bzw. rechter Sicht von der Wahren Natur der Erscheinungen durch Kontemplation von Kerntexten als Vorbereitung von Bedeutung - und eine persönliche Anleitung auf dem Weg durch einen erfahrenen Dharmalehrer.

Und je tiefer die Übung, desto mehr sollte gelten: Zurück zum Anfänger-Geist !

Der Weg entwickelt sich spiralförmig, nicht linear. Das ist an der Auflistung der einzelnen Schritte zu erkennen. Deshalb ist von jeder Stufe aus ein Durchbruch zu tiefer Erfahrung, Einsicht und Verwirklichung möglich.

 

Wichtig ist:

Nicht alle hier aufgeführten Elemente sind notwendig. Es ist individuell sehr verschieden, wo der einzelne Praktizierende seinen Schwerpunkt setzt. Jeder soll in seiner Praxis unterstützt und begleitet werden. Dabei muss der Buddhadharma als Weg und Mittel zur Transformation bzw. letztendlich zur Befreiung aus Samsara in seiner Essenz authentisch und klar erkennbar erhalten bleiben. Die 9 Punkte berücksichtigen insbesondere, dass viele Übende im Alltagsleben sehr gefordert sind und zu wenig Zeit für lange und tiefgehende Meditations-Sitzungen haben. Dies kann zu einem gewissen Grad durch gezieltes Geistestraining kompensiert werden. Letztendlich aber, um wirklich in die Tiefe zu gehen, sind Retreats notwendig.

 

Und auf allen Stufen üben wir:

Buddhistischen Yoga - eine Verbindung von Kontemplation der Lehrinhalte mit Übungen auf den drei Ebenen von Körper, Energie und Geist - mit Pranayama, sanften und dynamischen Bewegungsübungen und subtiler innerer Energie-Arbeit 

Heilmeditation bzw. Praxis mit heilenden Buddha-Aspekten zur Stabilisierung der ganzheitlichen Gesundheit im Sinne der buddhistischen Lehre

 

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Fragen zu buddhistischen Themen

Ani Karma Tsultrim gibt Antworten entsprechend der klassischen Lehrdarlegung und Sichtweise

Bücher für kleine und größere Kinder

 

In der heutigen Zeit ist es sehr wichtig, jungen Menschen von klein auf eine Herzensschulung in Richtung Mitgefühl und Weisheit zu vermitteln.

Das versuchen die Autoren in buddhistischen Kinderbüchern altersgemäß umzusetzen.

Hier einige Beispiele: 

 

Der Papagei und der Feigenbaum

Eine Jataka-Geschichte mit Bildern für Kinder

herausgegeben von Tarthang Tulku

 

7 blinde Mäuse

von Ed Young

Ein Gleichnis des Buddha in Bildern für Kinder

 

Die kleine Eule und der Weg ins Leben

von Janwillem van der Wetering

Der Achtfache Pfad in liebevollen Geschichten

 

Als der Buddha einst ein Löwe war

Geschichten aus Buddhas früheren Leben

nacherzählt von Andrea Liebers

 

Ein bärenstarker Geist

Ethik für Kinder, buddhistisch inspiriert

von Andrea Liebers

 

Prinz Siddhartha

von Jonathan Landaw und Janet Brooke

Das Leben des Buddha

 

Paul und die Weltreligionen - Buddhismus

von Karin Schmidl

 

Junge Buddhas

Meditation für kleine und große Kinder

von Lisa Desmond

 

Entdecke den Schatz in deinem Herzen

Geschichten und Übungen zur Achtsamkeit für Kinder

von Thich Nhat Hanh

Webseiten für Kinder und Jugendliche

von Andrea Liebers

 

https://www.buddhakids.de/

https://www.buddhateens.org/