Geh in die Stille - erwecke den Buddha in Dir

Was unterscheidet die Lehre des Buddha von einer Philosophie?

10.07.2013 14:46

 

Der Dharma, die Lehre des Buddha, ist erlebbare Wirklichkeit, sowohl auf der relativen, als auch auf der absoluten, letztendlichen Ebene. Jeder, der die Anweisungen praktiziert, kann diese Wahrheiten in sich selbst erfahren.

Somit ist der Dharma kein von Menschen aufgestelltes philosophisches Gebäude. Er ist kein Dogma und nichts, an das man glauben müsste. Deshalb wird die buddhistische Lehre heute oft als die Wissenschaft vom Geist und seiner Funktionsweise bezeichnet. Das ist durchaus richtig, es darf dabei aber nicht die spirituelle, das heißt religiöse und mystische Dimension übersehen werden (siehe dazu die Beiträge zu Religion, Mystik und Praxis unten im Blog).

Nun hat sich im Laufe der letzten 2.000 Jahre auf der Grundlage der ursprünglichen Lehre des Buddha ein philosophischer Überbau entwickelt. Dieser ist auf die historische Entwicklung der verschiedenen Traditionen und Schulen zurückzuführen, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Gelehrte unter den Ordinierten und Laien begannen, den Dharma nicht einfach nach den klaren und direkten Anweisungen des Buddha zu praktizieren, sondern die Inhalte zu systematisieren, unterschiedlich auszulegen und philosophische Kommentare dazu zu verfassen. So umfasst das, was heute Buddhismus genannt wird, den Buddha-Dharma als praxisbezogenen Weg einerseits, eine fast unüberschaubare Kommentarliteratur und sogar ein akademisches Studium andererseits.

Aber: Jeder Lehrer oder Meister, dem es darum geht seine Schüler auf dem Weg zur Befreiung anzuleiten, weist diese darauf hin, dass der Weg nicht durch Anhäufung von Wissen verwirklicht werden kann, sondern nur durch Praxis, das heißt durch Arbeit am Geist. Der Buddha-Dharma ist in der Essenz keine Philosophie, sondern besteht aus klaren Anweisungen, wie wir uns aus der Verstrickung im Leidenskreislauf lösen können. Dazu hat der Buddha die "Drei Pfeiler des Weges" als Basis gelehrt: Ethik, meditative Konzentration und rechte Sicht, die zu Weisheit, das heißt zur erfahrbaren Erkenntnis von der wahren Wirklichkeit führt.  

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