Geh in die Stille - erwecke den Buddha in Dir

Wie ist die buddhistische Praxis aufgebaut?

10.05.2014 11:30

 

In den verschiedenen asiatischen Traditionen haben sich jeweils Schwerpunkte für die Praxis herausgebildet, zum Teil sehr stark beeinflusst von der Kultur und Religion des jeweiligen Landes. Für uns im Westen gilt es deshalb, die Essenz des Buddhadharma zu erkennen und einen Weg zu finden, der in unsere Kultur und Lebensweise integrierbar und lebendig praktizierbar ist. Die Erfahrung mit den verschiedenen Traditionen und die inzwischen wohl bekannte historische Entwicklung zeigen uns, welche Inhalte und Praxiselemente aus der Quelle des Buddhadharma, also vom Buddha selbst stammen, und welche später entwickelt wurden. Den ursprünglichen Weg zu erkennen und zu praktizieren sollte deshalb das wichtigste Anliegen sein. So manche Inhalte und Methoden aus den späteren Traditionen sind aber sehr wertvoll und hilfreich, und ermöglichen speziell für Menschen, die im Alltag stehen und wenig Zeit für die Praxis haben, an ihrem Geist zu arbeiten und den Weg zu gehen.

Deshalb studieren und praktizieren wir im Dharma-Tor Zentrum die "Einheit der Drei Yanas". 

 

Schwerpunkte unserer Praxis: Samatha / Vipassana, Jhana (pali) bzw. Dhyana (sanskrit) / Chan und Mahamudra; Avalokiteshvara / Kuan Yin und andere Yidams als Mittel der Transformation zur Erweckung der erleuchteten Qualitäten; Amitayus zur Reinigung und Stabilisierung der Elemente und als Langlebenspraxis; Amitabha zur Vorbereitung auf den Tod.

 

Hier ein Überblick entsprechend unserer Praxis im alltagsbegleitenden mehrjährigen Studien-Retreat in aufeinander aufbauenden Schritten: 

 

1. Gundlegende Dharma-Inhalte; Einführung in die Samatha/ Vipassana-Meditation in Verbindung mit einfachen Pranayama-Übungen

2. Relatives und absolutes Bodhicitta; öffnen des Geistes für die Bodhisattva-Haltung; entsprechendes Geistes-Training

3. Abhängiges Entstehen und Leerheit; grundlegende Visualisations-Übungen abwechselnd mit stiller Meditation

4. Dhyani-Buddhas und Weisheits-Aspekte; Grundlagen für die Jhana/ Dhyana-Meditation; Trikaya-Lehre und Vorbereitung für die Yidam- und Mahamudra-Praxis

5. Bardo-Lehren; Vertiefendes Geistes-Training; Yidam-Praxis (Budda-Aspekt) als Samatha/ Vipassana-Training und zum Loslassen der falschen Identifikation

6. Vertiefende Samatha /Vipassana-Praxis in Verbindung mit Annäherung an die Jhanas/ Dhyanas

7. Durchschneiden und Aufbrechen von Konzepten; Entfaltung von Bewusstheit bzw. reinem Gewahrsein; Praxis der Vollendungsstufe

8. Mahamudra- und Dzogchen-Übung zur Stabilisierung des Gewahrseins und der Sicht; MoChao Chan, die Praxis des heiter gelassenen Widerspiegelns als Einheit von Samatha und Vipassana bzw. Samadhi und Prajna (Hier führen Mahamudra, Dzogchen und Chan in der Praxis der Natur des Geistes zusammen)

9. Entwickeln der sieben Faktoren des Erwachens und Jhana/ Dhyana-Praxis in Verbindung mit reinem Gewahrsein, tiefer Einsicht und Loslösung als Weg zur letztendlichen Befreiung - wie er in den Lehrreden des Buddha dargelegt und als Methode überliefert ist, durch die der Buddha selbst unter dem Bodhi-Baum Befreiung erlangt hat.

 

Für Praktizierende, die sehr im Alltagsleben gefordert und vielen Ablenkungen ausgesetzt sind, gewährleistet dieser Aufbau einen klaren Weg der spirituellen Entwicklung. Um sich aber tatsächlich den höheren Stufen anzunähern, ist ein intensives, kontinuierliches Training in Meditations-Praxis und in rechtem Verständnis bzw. rechter Sicht von der Wahren Natur der Erscheinungen durch Kontemplation von Kerntexten als Vorbereitung von Bedeutung - und eine persönliche Anleitung auf dem Weg durch einen erfahrenen Dharmalehrer.

Und je tiefer die Übung, desto mehr sollte gelten: Zurück zum Anfänger-Geist !

Der Weg entwickelt sich spiralförmig, nicht linear. Das ist an der Auflistung der einzelnen Schritte zu erkennen. Deshalb ist von jeder Stufe aus ein Durchbruch zu tiefer Erfahrung, Einsicht und Verwirklichung möglich.

 

Wichtig ist:

Nicht alle hier aufgeführten Elemente sind notwendig. Es ist individuell sehr verschieden, wo der einzelne Praktizierende seinen Schwerpunkt setzt. Jeder soll in seiner Praxis unterstützt und begleitet werden. Dabei muss der Buddhadharma als Weg und Mittel zur Transformation bzw. letztendlich zur Befreiung aus Samsara in seiner Essenz authentisch und klar erkennbar erhalten bleiben. Die 9 Punkte berücksichtigen insbesondere, dass viele Übende im Alltagsleben sehr gefordert sind und zu wenig Zeit für lange und tiefgehende Meditations-Sitzungen haben. Dies kann zu einem gewissen Grad durch gezieltes Geistestraining kompensiert werden. Letztendlich aber, um wirklich in die Tiefe zu gehen, sind Retreats notwendig.

 

Und auf allen Stufen üben wir:

Buddhistischen Yoga - eine Verbindung von Kontemplation der Lehrinhalte mit Übungen auf den drei Ebenen von Körper, Energie und Geist - mit Pranayama, sanften und dynamischen Bewegungsübungen und subtiler innerer Energie-Arbeit 

Heilmeditation bzw. Praxis mit heilenden Buddha-Aspekten zur Stabilisierung der ganzheitlichen Gesundheit im Sinne der buddhistischen Lehre

 

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